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Cortisol ist eines der wichtigsten Stresshormone des Körpers und wird in der Nebennierenrinde gebildet. Es ist nicht grundsätzlich schädlich – im Gegenteil: Wir brauchen Cortisol jeden Tag. Es folgt einem natürlichen Tagesrhythmus, ist morgens normalerweise höher und sinkt im Laufe des Tages ab. In einer Stresssituation steigt Cortisol an und hilft dem Körper, schnell Energie bereitzustellen. Unter anderem wird mehr Glukose verfügbar, Wachheit und Aufmerksamkeit nehmen zu und der Körper stellt sich darauf ein, mit einer Belastung umzugehen. Kurzfristig ist das eine völlig normale und sinnvolle Reaktion.
Rund um die Wechseljahre kann sich jedoch verändern, wie der Körper Stress wahrnimmt und verarbeitet. Östrogen wirkt auch auf Gehirnregionen und Systeme, die an der Regulation der Stressreaktion beteiligt sind. Gleichzeitig schwanken die Hormonspiegel besonders in der Perimenopause teilweise stark. Schlafstörungen, Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen und andere Belastungen können das Stresssystem zusätzlich fordern.
Hält Stress über längere Zeit an, kann eine dauerhaft beanspruchte Stressregulation verschiedene Bereiche beeinflussen: Schlaf und Erholung können leiden, Appetit und Blutzuckerregulation können sich verändern, und chronischer Stress wird auch mit einer stärkeren Ansammlung von viszeralem Bauchfett in Verbindung gebracht. Dabei kann ein Kreislauf entstehen: Stress erschwert guten Schlaf, schlechter Schlaf wiederum kann die Stressanfälligkeit erhöhen.
Das Ziel ist deshalb nicht, Cortisol möglichst niedrig zu halten. Entscheidend ist eine gut regulierte Stressreaktion: Cortisol soll bei Bedarf ansteigen und anschließend wieder seinem normalen Rhythmus folgen. Regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf, Erholungsphasen und Methoden zur Stressregulation können dieses System unterstützen.
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Cellulite entsteht vor allem durch die besondere Struktur des weiblichen Unterhautgewebes. Fettzellen liegen unter der Haut zwischen Bindegewebssträngen. Wenn sich Fettgewebe nach oben wölbt und die Bindegewebsstränge die Haut gleichzeitig nach unten ziehen, entsteht die typische unebene Oberfläche mit Dellen. Deshalb kann Cellulite auch bei sehr schlanken Frauen auftreten und ist weder eine Krankheit noch ein Zeichen dafür, dass man etwas „falsch gemacht“ hat.
Mit zunehmendem Alter und rund um die Menopause kann Cellulite sichtbarer werden. Östrogen spielt eine wichtige Rolle für Haut, Kollagen und Bindegewebe. Mit den hormonellen Veränderungen nimmt der Kollagengehalt der Haut ab, sie wird dünner und verliert an Elastizität. Gleichzeitig kann sich die Fettverteilung verändern. Dadurch können die Strukturen des Unterhautgewebes stärker sichtbar werden.
Wie ausgeprägt Cellulite ist, hängt außerdem von Genetik, Hautstruktur, Alter, Körperzusammensetzung und Bindegewebe ab. Vollständig „wegtrainieren“ lässt sie sich deshalb nicht. Krafttraining kann jedoch Muskulatur und Körperzusammensetzung positiv beeinflussen und dadurch auch das Erscheinungsbild der Haut verändern. Eine ausreichende Proteinversorgung unterstützt den Erhalt und Aufbau von Muskelmasse und liefert dem Körper die Aminosäuren, die er auch für Gewebestrukturen benötigt.
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Der circadiane Rhythmus ist die innere Uhr des Körpers, die Schlaf, Hormone und Stoffwechsel im 24-Stunden-Takt steuert. In den Wechseljahren gerät sie durch sinkende Hormonspiegel oft aus dem Gleichgewicht – das erklärt, warum viele Frauen plötzlich schlechter schlafen oder früh aufwachen.
→ Mehr dazu: Warum wir ab 40 schlechter schlafen
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Cortisol Face“ ist ein Begriff, der vor allem in sozialen Medien immer häufiger auftaucht. Gemeint ist meist ein Gesicht, das plötzlich voller, geschwollener oder aufgedunsener wirkt – und dafür wird häufig ein „zu hoher Cortisolspiegel“ verantwortlich gemacht.
Ganz so einfach ist es allerdings nicht.
Cortisol ist ein lebenswichtiges Hormon, das in den Nebennieren gebildet wird. Es gehört zu unserem Stresssystem und beeinflusst unter anderem Stoffwechsel, Blutzucker, Blutdruck, Immunsystem und unseren Schlaf-Wach-Rhythmus. Cortisol ist also keineswegs grundsätzlich „schlecht“.
Tatsächlich kann ein dauerhaft krankhaft erhöhter Cortisolspiegel, wie er beispielsweise beim Cushing-Syndrom vorkommt, zu einer charakteristischen Fettumverteilung und einem runderen Gesicht führen. Das ist jedoch etwas anderes als alltäglicher Stress.
Auch Stress kann unser Aussehen indirekt beeinflussen – etwa über schlechteren Schlaf, Veränderungen des Essverhaltens, Entzündungsprozesse oder Wassereinlagerungen. Ein etwas geschwollenes Gesicht bedeutet deshalb aber nicht automatisch, dass dein Cortisol „zu hoch“ ist.
Gerade in den Wechseljahren können außerdem hormonelle Veränderungen, Schlafprobleme und Veränderungen der Körperzusammensetzung zusammenspielen. Deshalb lohnt es sich, genauer hinzuschauen, statt jedes veränderte Gesicht vorschnell zum „Cortisol-Face“ zu erklären.
Kurz gesagt: Das sogenannte Cortisol-Face ist ein Social-Media-Begriff und keine medizinische Diagnose. Cortisol kann bei bestimmten Erkrankungen tatsächlich das Aussehen des Gesichts verändern – aus einem aufgedunsenen Gesicht allein lässt sich jedoch kein erhöhter Cortisolspiegel ableiten.
→ Mehr über Cortisol und seine Aufgaben im Körper findest du direkt hier in Blossom Wissen unter „Cortisol“.
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