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Gewichtszunahme rund um die Wechseljahre entsteht meist nicht durch einen einzigen Faktor. Hormonelle Veränderungen, zunehmendes Alter, weniger Muskelmasse, Veränderungen des Energieverbrauchs, Schlaf, Stress und Bewegung können zusammenspielen. Besonders auffällig ist häufig, dass sich gleichzeitig die Fettverteilung stärker in Richtung Bauch und Taille verschiebt.
Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen Gewichtszunahme und Fettverteilung. Die Menopause selbst scheint besonders die Verlagerung des Körperfetts zum Bauch und die Zunahme von viszeralem Fett zu begünstigen. Die Zunahme des gesamten Körperfetts hängt dagegen auch stark mit altersbedingten Veränderungen zusammen.
Ein wichtiger Faktor ist die Muskulatur. Mit zunehmendem Alter geht Muskelmasse leichter verloren, wenn sie nicht gezielt erhalten wird. Weniger Muskelmasse kann dazu beitragen, dass der tägliche Energieverbrauch sinkt. Gleichzeitig können schlechter Schlaf, Stress und weniger Alltagsbewegung Appetit, Essverhalten und Stoffwechsel zusätzlich beeinflussen.
Deshalb funktioniert die einfache Rechnung „weniger essen, mehr bewegen“ für viele Frauen nicht so problemlos wie früher. Sinnvoller ist es, die Körperzusammensetzung in den Mittelpunkt zu stellen: Krafttraining, ausreichend Protein, regelmäßige Bewegung, guter Schlaf und eine Ernährung mit hoher Nährstoffdichte können dabei helfen, Muskelmasse zu erhalten und einer ungünstigen Veränderung der Körperzusammensetzung entgegenzuwirken.
Gewichtszunahme in den Wechseljahren ist also nicht zwangsläufig unvermeidbar, aber der Körper verändert sich – und damit können sich auch die Strategien verändern, die langfristig funktionieren.
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Gelenk- und Muskelschmerzen können rund um die Wechseljahre häufiger auftreten, und hormonelle Veränderungen können dabei eine Rolle spielen. Viele Frauen berichten erstmals in der Perimenopause oder nach der Menopause über Steifigkeit, ziehende Beschwerden oder schmerzende Gelenke – häufig an Händen, Knien, Hüften oder Schultern.
Östrogen wirkt nicht nur auf die Fortpflanzungsorgane. Östrogenrezeptoren befinden sich auch in Knochen, Muskeln, Knorpel und anderem Bindegewebe, und Östrogene beeinflussen unter anderem Entzündungsprozesse und die Schmerzwahrnehmung. Sinkt der Östrogeneinfluss, können sich deshalb auch Veränderungen am Bewegungsapparat bemerkbar machen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass jeder Gelenkschmerz durch die Wechseljahre verursacht wird. Mit zunehmendem Alter werden beispielsweise Arthrose, Sehnenbeschwerden und andere Erkrankungen des Bewegungsapparates häufiger. Auch entzündlich-rheumatische Erkrankungen können Gelenkschmerzen verursachen.
Regelmäßige Bewegung und insbesondere Krafttraining sind wichtig, um Muskeln, Knochen und Gelenkfunktion zu unterstützen. Neue, starke oder anhaltende Schmerzen – insbesondere geschwollene, gerötete oder überwärmte Gelenke – sollten ärztlich abgeklärt werden.
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Progesteron ist ein natürlich im Körper vorkommendes Hormon. Gestagen ist dagegen der Oberbegriff für Substanzen, die progesteronähnlich wirken. Dazu gehören sowohl körpereigenes Progesteron als auch verschiedene synthetisch hergestellte Gestagene.
Progesteron wird vor der Menopause hauptsächlich nach dem Eisprung vom Gelbkörper im Eierstock gebildet. Eine seiner zentralen Aufgaben besteht darin, die zuvor durch Östrogen aufgebaute Gebärmutterschleimhaut auf eine mögliche Schwangerschaft vorzubereiten und zu stabilisieren.
Bei einer Hormontherapie wird häufig zwischen mikronisiertem Progesteron und synthetischen Gestagenen unterschieden. Mikronisiertes Progesteron besitzt die gleiche chemische Struktur wie das körpereigene Progesteron und wird deshalb auch als körperidentisches oder bioidentisches Progesteron bezeichnet. Synthetische Gestagene besitzen eine andere Molekülstruktur, entfalten aber ebenfalls eine gestagene Wirkung.
Diese Unterscheidung ist wichtig, weil die verschiedenen Wirkstoffe nicht in allen Eigenschaften identisch sind. Sie können sich beispielsweise in ihren zusätzlichen hormonellen Wirkungen, Nebenwirkungen und Risikoprofilen unterscheiden.
Bei Frauen mit Gebärmutter, die im Rahmen einer Hormontherapie systemisches Östrogen erhalten, ist in der Regel zusätzlich ein ausreichender Schutz der Gebärmutterschleimhaut durch ein Gestagen beziehungsweise Progesteron notwendig. Östrogen allein kann die Schleimhaut zum Wachstum anregen und dadurch langfristig das Risiko für Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut erhöhen.
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Das genitourinäre Menopausensyndrom, kurz GSM, bezeichnet Veränderungen und Beschwerden an Vulva, Vagina, Harnröhre und Blase, die vor allem durch den nachlassenden Östrogeneinfluss rund um und nach der Menopause entstehen können. Dazu gehören beispielsweise vaginale Trockenheit, Brennen, Juckreiz, Schmerzen beim Sex sowie häufiger oder plötzlich auftretender Harndrang und wiederkehrende Harnwegsinfektionen.
Östrogen trägt dazu bei, dass das Gewebe im Vaginal- und Harntrakt gut durchblutet, elastisch und widerstandsfähig bleibt. Mit sinkendem Östrogeneinfluss wird die Vaginalschleimhaut häufig dünner und trockener. Auch das vaginale Milieu verändert sich: Der pH-Wert steigt und die Zusammensetzung der Vaginalflora kann sich verändern.
Anders als manche andere Wechseljahresbeschwerden verschwindet GSM häufig nicht von selbst und kann ohne Behandlung mit der Zeit ausgeprägter werden. Trotzdem sprechen viele Frauen nicht darüber, weil Beschwerden wie vaginale Trockenheit oder Schmerzen beim Sex noch immer schambesetzt sind.
Je nach Beschwerden kommen unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten infrage. Dazu gehören beispielsweise Feuchtigkeitspräparate und Gleitmittel sowie lokale vaginale Östrogentherapien. Welche Behandlung geeignet ist, hängt von den Beschwerden und der individuellen gesundheitlichen Situation ab.
Mehr zum Thema: Wenn du genauer wissen möchtest, warum vaginale Trockenheit rund um die Wechseljahre entstehen kann und welche Möglichkeiten es gibt, das Gewebe zu unterstützen, findest du hier meinen ausführlichen Beitrag „Was gegen vaginale Trockenheit hilft – jenseits von Tabus“.
Wenn es dir besonders um Gleitmittel, Feuchtigkeit und Beschwerden beim Sex geht, findest du außerdem hier meine Erfahrungen und Informationen zu verschiedenen Möglichkeiten: „Gleitmittel & Co – warum die Vagina trocken wird und was hilft“.
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