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Hitzewallungen entstehen, weil die hormonellen Veränderungen rund um die Menopause auch die Temperaturregulation im Gehirn beeinflussen. Der Körper reagiert plötzlich, als wäre ihm zu heiß – obwohl sich die Außentemperatur überhaupt nicht verändert hat.
Eine wichtige Rolle spielt dabei der Hypothalamus, also der Bereich im Gehirn, der unsere Körpertemperatur reguliert. Wenn der Östrogenspiegel in der Perimenopause stark schwankt und später dauerhaft sinkt, verändert sich auch dieses fein abgestimmte System.
Inzwischen weiß man mehr darüber, was dabei im Gehirn passiert. Bestimmte Nervenzellen, die sogenannten KNDy-Neuronen, reagieren auf den sinkenden Östrogeneinfluss. Einer ihrer Botenstoffe ist Neurokinin B. Vereinfacht gesagt wird die Temperaturregulation dadurch empfindlicher: Schon kleine Veränderungen reichen aus, damit der Körper glaubt, überschüssige Wärme loswerden zu müssen.
Und genau dann kommt die Hitzewallung. Die Blutgefäße in der Haut erweitern sich, das Gesicht und der Oberkörper werden heiß, man beginnt vielleicht zu schwitzen – und wenige Minuten später ist der Spuk oft wieder vorbei. Danach kann einem sogar kalt sein, weil der Körper gerade Wärme abgegeben hat. Nachts kann derselbe Mechanismus als Nachtschweiß den Schlaf immer wieder unterbrechen.
Was hilft, hängt davon ab, wie stark die Beschwerden sind. Manche Frauen kommen schon damit weiter, ihre persönlichen Auslöser zu kennen – zum Beispiel Hitze, Alkohol, scharfes Essen oder Stress. Bei stärkeren Beschwerden gibt es wirksame Behandlungsmöglichkeiten. Eine Hormontherapie mit Östrogen ist die wirksamste Behandlung gegen Hitzewallungen und Nachtschweiß. Daneben stehen heute auch hormonfreie Medikamente und weitere Behandlungsansätze zur Verfügung.
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Haarausfall und dünner werdendes Haar können rund um die Wechseljahre durch hormonelle Veränderungen begünstigt werden. Viele Frauen bemerken, dass die Haare insgesamt feiner werden, der Scheitel breiter erscheint oder weniger Haare nachwachsen als früher.
Dabei spielt vor allem der nachlassende Östrogeneinfluss eine Rolle. Das bedeutet nicht, dass Frauen plötzlich mehr Testosteron haben. Auch Androgene wie Testosteron verändern sich mit zunehmendem Alter. Da Östrogen rund um die Menopause jedoch deutlich abnimmt, verschiebt sich das Verhältnis zwischen Östrogenen und Androgenen – die Wirkung der Androgene kann dadurch relativ stärker ins Gewicht fallen.
Bei entsprechender genetischer Veranlagung können Haarfollikel empfindlich auf Dihydrotestosteron (DHT) reagieren, das aus Testosteron gebildet wird. Die betroffenen Haarfollikel werden mit der Zeit kleiner, und die nachwachsenden Haare werden feiner und kürzer. Gleichzeitig können hormonelle Veränderungen auch den normalen Wachstumszyklus der Haare beeinflussen.
Nicht jeder Haarausfall in den Wechseljahren ist allerdings hormonbedingt. Eisenmangel, Schilddrüsenerkrankungen, Stress, bestimmte Medikamente, Erkrankungen oder eine unzureichende Versorgung mit Protein und anderen Nährstoffen können ebenfalls dahinterstecken. Bei plötzlich starkem, ungewöhnlichem oder länger anhaltendem Haarausfall lohnt es sich deshalb, nach der Ursache zu suchen und ihn ärztlich abklären zu lassen.
Mehr zum Thema: Ausführlicher erkläre ich die Veränderungen von Haar und Haut rund um die Perimenopause in meinem Beitrag „Perimenopause: Wenn Haut & Haare sich verändern – was tun?“
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Bei einer Hormonersatztherapie – kurz HRT – werden Hormone eingesetzt, um Beschwerden zu behandeln, die durch die hormonellen Veränderungen rund um die Menopause entstehen können. Dabei geht es vor allem um Östrogen und – wenn eine Frau noch eine Gebärmutter hat und Östrogen im ganzen Körper wirkt – zusätzlich um Progesteron oder ein Gestagen zum Schutz der Gebärmutterschleimhaut.
Östrogen kann zum Beispiel als Gel, Spray oder Pflaster über die Haut aufgenommen oder als Tablette eingenommen werden. Es gelangt dann in den Blutkreislauf und wirkt im ganzen Körper. Dafür gibt es den Fachbegriff „systemische Hormontherapie“. Sie ist besonders wirksam gegen Hitzewallungen und Nachtschweiß, kann aber auch bei weiteren Wechseljahresbeschwerden helfen und wirkt dem beschleunigten Knochenabbau nach der Menopause entgegen.
Hat eine Frau noch eine Gebärmutter und verwendet Östrogen, das im ganzen Körper wirkt, braucht die Gebärmutterschleimhaut zusätzlichen Schutz. Dafür wird Progesteron oder ein Gestagen eingesetzt. Östrogen regt die Gebärmutterschleimhaut zum Wachstum an. Progesteron beziehungsweise Gestagene verhindern, dass sie sich unter einer längerfristigen Östrogentherapie übermäßig aufbaut. Das ist wichtig, weil eine Östrogentherapie ohne ausreichenden Schutz das Risiko für Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut und für Gebärmutterkörperkrebs erhöht.
Daneben gibt es lokales Östrogen, das zum Beispiel als Vaginalcreme, Vaginaltablette oder Vaginalring direkt im Vaginalbereich angewendet wird. Es wird vor allem bei Beschwerden des genitourinären Menopausensyndroms (GSM) eingesetzt – etwa bei vaginaler Trockenheit, Brennen oder Schmerzen beim Sex. Dabei gelangt normalerweise nur eine sehr geringe Menge Östrogen in den Blutkreislauf. Deshalb ist bei niedrig dosiertem vaginalem Östrogen in der Regel kein zusätzliches Progesteron zum Schutz der Gebärmutterschleimhaut erforderlich.
Rund um die HRT hat sich in den vergangenen Jahren einiges bewegt. Nutzen und Risiken werden heute deutlich differenzierter betrachtet als noch vor einigen Jahrzehnten. Dabei macht es einen Unterschied, in welchem Alter eine Frau beginnt, wie lange die Menopause zurückliegt, welche Hormone verwendet werden, in welcher Dosierung und ob Östrogen beispielsweise über die Haut oder als Tablette aufgenommen wird. Auch die persönliche gesundheitliche Situation spielt eine wichtige Rolle. Deshalb gibt es nicht die eine HRT, die für jede Frau gleichermaßen passt.
Du möchtest tiefer einsteigen? In meinem persönlichen Live-Guide „Mittendrin“ beschäftige ich mich ausführlich mit Perimenopause, Menopause und Postmenopause – und natürlich auch mit HRT. Ich habe dort zusammengetragen, was ich auf meinem eigenen Weg über Hormone gelernt habe, ergänzt durch Stimmen aus der Fachwelt, Bücher, Studien und ausgewählte Quellen. Gerade bei der Hormontherapie gibt es viel zu verstehen – und die Diskussion über Nutzen, Risiken und die unterschiedlichen Möglichkeiten wird heute zunehmend differenzierter geführt.
→ Mittendrin – mein persönlicher Live-Guide rund um Hormone & Wechseljahren
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Ein einzelner Hormonwert sagt in der Perimenopause oft erstaunlich wenig aus. Der Grund: Gerade in dieser Phase können die Hormone kräftig schwanken. Estradiol kann an einem Tag hoch sein und kurze Zeit später deutlich niedriger. Auch FSH kann steigen und bei einer späteren Messung wieder ganz anders aussehen.
Genau diese Schwankungen gehören zur Perimenopause. Die Eierstöcke arbeiten zunehmend unregelmäßig, Eisprünge finden nicht mehr in jedem Zyklus statt und damit verändert sich auch die Progesteronproduktion.
Deshalb lässt sich die Frage „Bin ich schon in der Perimenopause?“ meist nicht mit einem einzelnen Bluttest beantworten. Alter, Veränderungen des Zyklus und typische Beschwerden ergeben häufig ein viel aussagekräftigeres Gesamtbild.
Das heißt nicht, dass Hormonwerte unnötig sind. Bei ungewöhnlich frühen Beschwerden, einer unklaren Zyklussituation oder wenn andere hormonelle Ursachen ausgeschlossen werden sollen, können Blutwerte durchaus sinnvoll sein.
Wichtig zu wissen ist aber: Ein unauffälliger Estradiol- oder FSH-Wert bedeutet nicht automatisch, dass eine Frau nicht in der Perimenopause ist. Ein Laborwert ist in dieser Phase eben oft nur eine Momentaufnahme.
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