Eine Vaginalcreme fürs Gesicht? Auf diese Idee wäre ich früher wahrscheinlich nicht gekommen. Und doch verwende ich seit mehr als zwei Jahren eine Estriol-Creme auf meiner Gesichtshaut, am Hals und auf dem Dekolleté.
Angefangen hat meine Beschäftigung mit Estriol nicht mit der Gesichtspflege. Ich habe die Creme ursprünglich wegen Beschwerden im Vaginalbereich verwendet. Erst später bin ich auf die Idee gestoßen, Estriol auch im Gesicht auszuprobieren.
Erst später bin ich auf die Idee gestoßen, sie auch für meine extrem trockene Gesichtshaut auszuprobieren. Was ich dabei beobachtet habe, hat mich neugierig gemacht. So neugierig, dass daraus inzwischen ein 46-seitiger Guide geworden ist.
Denn ich wollte nicht nur wissen, warum sich meine Haut anders anfühlt. Ich wollte verstehen, welche Rolle Östrogene bei der Hautalterung spielen und was die Forschung tatsächlich über Estriol-Creme fürs Gesicht sagt.
Inhaltsverzeichnis
Warum ich ursprünglich Estriol-Vaginalcreme verwendet habe
Estriol-Creme fürs Gesicht: Was ich an meiner Haut beobachtet habe
Trockene Haut in den Wechseljahren: Welche Rolle spielt Östrogen?
Estriol, Kollagen und Falten: Was zeigen die Studien?
Vaginalcreme im Gesicht: Warum die Anwendung nicht unumstritten ist
Mein kostenloser Estriol-Guide: Erfahrungen, Studien und Expertenmeinungen
Warum ich ursprünglich Estriol-Vaginalcreme verwendet habe
Als ich mit 55 Jahren meine Hormontherapie begann, hatte ich auch Beschwerden im Vaginalbereich. Die Schleimhaut war empfindlich, es gab kleine Mikrorisse, Brennen und Schmerzen beim Sex.
Mein Arzt behandelte zunächst eine weitere Veränderung im Vaginalbereich. Anschließend begann ich, eine Estriol-Vaginalcreme zu verwenden.
Die Veränderung war für mich erstaunlich deutlich: Innerhalb von ungefähr zwei Wochen verschwanden die Mikrorisse, das Brennen und die Schmerzen. Seitdem sind diese Beschwerden bei mir nicht wiedergekommen.
Die Creme blieb also in meinem Badezimmer.
Auf die Idee, sie auch im Gesicht zu verwenden, kam ich erst durch einen amerikanischen YouTube-Kanal. Dort wurde darüber gesprochen, dass manche Frauen östrogenhaltige Cremes auch auf ihre Gesichtshaut auftragen.
Ich fand das ungewöhnlich. Aber ich hatte die Creme bereits zu Hause und vor allem ein Problem, das mich schon lange beschäftigte: meine extrem trockene Gesichtshaut.
Also probierte ich es aus.
Estriol-Creme fürs Gesicht: Was ich an meiner Haut beobachtet habe
Ich hatte über lange Zeit dieses unangenehme Spannungsgefühl im Gesicht. Morgens, abends, manchmal praktisch den ganzen Tag. Ich konnte cremen, was ich wollte. Manche Produkte halfen kurzfristig, aber dieses grundsätzliche Gefühl trockener, spannender Haut blieb.
Heute ist das anders.
Besonders deutlich merke ich den Unterschied häufig am Morgen nach der Anwendung. Meine Haut fühlt sich dann richtig satt und prall an, als wäre sie besser mit Feuchtigkeit versorgt.
Und das ständige Spannungsgefühl, das mich früher begleitet hat, ist inzwischen nur noch selten da.
Ich verwende die Estriol-Creme seit mehr als zwei Jahren, meist ein- bis zweimal pro Woche. Sie ist für mich ein Teil meiner persönlichen Hautpflege geworden.
Insgesamt bin ich mit meiner Haut wirklich zufrieden. Natürlich kann ich nicht sagen, welchen Anteil die Estriol-Creme daran hat. Schließlich spielen viele Faktoren bei der Hautalterung eine Rolle. Ich rauche nicht, trinke seit vielen Jahren keinen Alkohol und achte auf einen gesunden Lebensstil. Auch das kann sich positiv auf meine Haut auswirken.
Was ich allerdings deutlich wahrnehme, ist die Veränderung dieses früher so unangenehmen Spannungsgefühls. Und gerade diese Erfahrung hat mich neugierig gemacht. Ich wollte wissen, ob es dafür eine wissenschaftliche Erklärung geben könnte.
So bin ich bei einer Frage gelandet, über die ich vorher kaum nachgedacht hatte:
Was hat Östrogen eigentlich mit unserer Haut zu tun?
Trockene Haut in den Wechseljahren: Welche Rolle spielt Östrogen?
Wenn wir an Östrogene denken, denken wir meistens an unseren Zyklus, die Wechseljahre oder die Knochengesundheit.
An unsere Haut denken wir eher selten.
Dabei besitzt auch die Haut Östrogenrezeptoren. Östrogene beeinflussen verschiedene Prozesse, die für Hautfeuchtigkeit, Hautdicke, Elastizität und Kollagen wichtig sind.
Mit der Perimenopause beginnen die Hormonspiegel stärker zu schwanken. Nach der Menopause sinkt insbesondere die Produktion von Estradiol in den Eierstöcken deutlich.
Diese Veränderung kann sich auch an unserer Haut bemerkbar machen. Vielleicht kennst du das: Deine bisherige Gesichtscreme reicht plötzlich nicht mehr aus. Die Haut fühlt sich trockener an, verliert an Spannkraft oder wirkt dünner als früher.
Natürlich ist nicht jede Veränderung unserer Haut hormonell bedingt. Auch UV-Strahlung, Gene, Ernährung, Rauchen und andere Faktoren spielen eine Rolle.
Aber der Rückgang der Östrogene ist ein Teil dieses Geschehens.
Besonders interessant fand ich bei meiner Recherche den Zusammenhang zwischen Östrogen und Kollagen.
Estriol, Kollagen und Falten: Was zeigen die Studien?
Kollagen ist ein wesentlicher Bestandteil des Stützgerüsts unserer Haut. Es trägt zu ihrer Festigkeit und Struktur bei.
Rund um die Menopause kann der Kollagenverlust beschleunigt sein. In der wissenschaftlichen Literatur wird häufig beschrieben, dass die Haut in den ersten fünf Jahren nach der Menopause einen erheblichen Teil ihres Kollagens verlieren kann.
Damit wird verständlicher, warum sich unsere Haut in dieser Lebensphase manchmal überraschend schnell verändert.
Aber was passiert, wenn man Östrogen direkt auf die Haut aufträgt?
Genau diese Frage wird schon seit Jahrzehnten untersucht.
Bereits in kleineren Studien aus den 1990er-Jahren wurden Estriol- und Estradiol-Cremes auf der Haut angewendet. Dabei beobachteten Forschende unter anderem Veränderungen bei Hautfeuchtigkeit, Elastizität, Festigkeit und bestimmten Kollagenparametern.
Auch neuere wissenschaftliche Übersichtsarbeiten beschäftigen sich mit topischen Östrogenen und Hautalterung.
Die Ergebnisse liefern interessante Hinweise. Allerdings wurden unterschiedliche Wirkstoffe, Konzentrationen und Hautregionen untersucht. Viele Studien waren klein und liefen nur wenige Monate.
Deshalb können wir daraus bislang keine allgemeine Empfehlung für Estriol-Creme als Gesichtspflege ableiten.
Und was ist mit Falten?
Auch dazu gibt es Untersuchungen, aber keine eindeutige Antwort. Vor allem sollten wir hormonell bedingte Hautveränderungen nicht mit jahrzehntelangen Sonnenschäden gleichsetzen.
Ich finde diese Forschung trotzdem bemerkenswert. Nicht weil ich glaube, dass Estriol das Altern aufhalten könnte, sondern weil sie zeigt, dass die Verbindung zwischen Östrogenen und unserer Haut weit mehr ist als eine neue Idee aus den sozialen Medien.
Vaginalcreme im Gesicht: Warum die Anwendung nicht unumstritten ist
Bei meiner Recherche bin ich auf sehr unterschiedliche Einschätzungen gestoßen.
Der Arzt für ästhetische Medizin Dr. Anil Rajani spricht sich recht deutlich für die Anwendung von Östrogencremes auf alternder Gesichtshaut aus.
Auch die Gynäkologin und Menopause-Spezialistin Dr. Mary Claire Haver betrachtet das Thema positiv und spricht öffentlich darüber, dass sie selbst Estriol für ihre Gesichtshaut verwendet.
Die Dermatologin Dr. Dray ist zurückhaltender. Sie erkennt die interessanten Forschungsergebnisse an, betont aber die begrenzte Datenlage und die noch offenen Fragen zur langfristigen Sicherheit.
Diese unterschiedlichen Perspektiven fand ich besonders aufschlussreich.
Denn es ist ein Unterschied, ob eine Anwendung biologisch plausibel ist, in kleineren Studien positive Ergebnisse zeigt oder bereits als sichere und wirksame Standardbehandlung empfohlen werden kann.
Ich selbst verwende Ökolp. Das ist eine verschreibungspflichtige Estriol-Vaginalcreme und keine speziell entwickelte Gesichtscreme.
Wenn ich sie auf Gesicht, Hals und Dekolleté auftrage, ist das eine sogenannte Off-Label-Anwendung. Das bedeutet, dass ich das Arzneimittel außerhalb seines zugelassenen Anwendungsgebiets verwende.
Dabei ist auch die mögliche Aufnahme des Hormons über die Haut zu berücksichtigen. Wie viel Estriol bei einer solchen Anwendung aufgenommen wird und welche Folgen eine langfristige Verwendung haben kann, ist nicht ausreichend geklärt.
Für mich gehört diese Information genauso zum Thema wie meine positiven persönlichen Erfahrungen.
Deshalb ist mein Erfahrungsbericht ausdrücklich keine Empfehlung, eine Estriol-Vaginalcreme eigenständig im Gesicht anzuwenden. Eine solche Verwendung sollte ärztlich besprochen werden.
Mein kostenloser Estriol-Guide: Erfahrungen, Studien und Expertenmeinungen
Was ursprünglich mit meiner trockenen Gesichtshaut begann, ist inzwischen zu einer ziemlich ausführlichen Beschäftigung mit Estriol und Hautalterung geworden.
Ich habe Studien gelesen, wissenschaftliche Übersichtsarbeiten betrachtet und mir angeschaut, wie unterschiedlich Fachleute die bisherigen Erkenntnisse bewerten.
Daraus ist mein kostenloser 46-seitiger Guide entstanden:
„Was Östrogen mit deiner Haut macht“
Darin erfährst du ausführlicher, was Estriol eigentlich ist, wie es sich von Estradiol und Estron unterscheidet und welche Rolle Östrogene bei Hautfeuchtigkeit, Kollagen und Elastizität spielen.
Ich stelle die Studien genauer vor, gehe auf die unterschiedlichen Positionen von Dr. Anil Rajani, Dr. Mary Claire Haver und Dr. Dray ein und beschreibe meine persönlichen Erfahrungen mit Ökolp.
Auch die Fragen, die die Forschung bisher nicht beantworten kann, gehören dazu.
Der Guide ist als klassische PDF und als Live-Version mit eingebundenen Videos verfügbar.
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Für mich persönlich ist die Entscheidung inzwischen klar: Ich verwende Estriol weiterhin für meine Haut, weil ich mit meiner eigenen Erfahrung zufrieden bin.
Nicht weil ich erwarte, dass dadurch meine Falten verschwinden oder ich das Älterwerden aufhalten könnte.
Sondern weil ich einen Unterschied an meiner Haut wahrnehme.
Und weil ich es interessant finde, dass ein Hormon, das wir vor allem aus der Gynäkologie kennen, auch bei den Veränderungen unserer Haut eine Rolle spielt.
Hinweis: Dieser Beitrag schildert meine persönlichen Erfahrungen und dient der Information. Er ist keine medizinische Empfehlung. Estriol-Vaginalcremes sind nicht für die Gesichtspflege zugelassen. Bitte besprich eine solche Anwendung und mögliche Risiken mit einer ärztlichen Fachperson.