So schützt du deine Muskeln in den Wechseljahren – was jetzt wirklich entscheidend ist
Wenn Kraft einfach weniger wird
Es passiert nicht von heute auf morgen.
Aber irgendwann merkst du: Etwas ist anders.
Du hebst etwas – und es ist nicht mehr so selbstverständlich wie früher. Oder du gehst eine Treppe hoch und denkst: Hm. Das ging auch schon leichter.
Kein großes Thema. Aber es fällt dir auf.
Und genau da fängt es an.
Und dann kommen diese anderen Momente dazu.
Du isst nicht mehr als sonst – und nimmst trotzdem zu.
Du bewegst dich, machst eigentlich alles wie immer – aber dein Körper reagiert anders. Nicht so wie früher.
Und genau das ist der Punkt, an dem viele anfangen zu zweifeln. Was passiert hier eigentlich?
Warum funktioniert das nicht mehr so wie früher?
Was sich im Körper wirklich verändert
Mit den Wechseljahren verändert sich nicht nur der Hormonhaushalt – sondern auch, wie dein Körper auf Reize reagiert.
Der Östrogenspiegel sinkt. Und das hat mehr Auswirkungen, als viele denken.
Östrogen ist nicht nur ein „Frauenhormon“, sondern auch daran beteiligt, wie gut Muskeln aufgebaut und erhalten werden.
Wenn es weniger wird, arbeitet der Körper einfach anders.
Ein paar Dinge verschieben sich dabei ganz konkret:
Der Östrogenspiegel sinkt
Die Muskelproteinsynthese wird weniger effizient
Die Regeneration dauert länger
Muskelmasse wird schneller abgebaut, wenn kein klarer Reiz kommt
Das bedeutet:
Dein Körper baut nicht mehr so leicht neue Muskelmasse auf – selbst wenn du trainierst.
Und gleichzeitig reicht das, was früher funktioniert hat, oft nicht mehr aus.
Das ist eigentlich der Kern von allem. Nicht, dass dein Körper nicht mehr kann.
Sondern dass er klarere Signale braucht.
Ein bisschen Bewegung reicht oft nicht mehr.
Ein bisschen Training auch nicht.
Der Körper reagiert vor allem auf das, was wirklich ankommt:
Kraft, Widerstand, ausreichend Eiweiß, genug Erholung.
Das bedeutet nicht, dass dein Körper abbaut.
Es bedeutet nur, dass du ihm jetzt deutlicher zeigen musst, was du von ihm willst.
Was jetzt wirklich zählt
Das Problem ist nicht die Bewegung.
Das Problem ist, dass sie für den Muskelerhalt oft nicht ausreicht.
Das ist der Punkt, an dem sich vieles entscheidet.
Du kannst aktiv sein, dich regelmäßig bewegen, Yoga machen, spazieren gehen –
und trotzdem baut dein Körper Muskulatur ab.
Nicht, weil du etwas falsch machst. Sondern weil der Reiz nicht stark genug ist.
Das ist erstmal ungewohnt.
Weil wir lange gelernt haben: Bewegung ist gut.
Und das stimmt auch.
Aber für den Muskelerhalt reicht „gut“ oft nicht mehr aus. Der Körper braucht jetzt etwas Konkreteres.
Etwas, worauf er reagieren muss. Und genau da kommen die Dinge ins Spiel, die jetzt wirklich zählen.
Wenn der Reiz aus der normalen Bewegung nicht mehr reicht, dann braucht es eine andere Art von Training. Und genau da kommt Krafttraining ins Spiel. Nicht als Ergänzung, sondern als etwas, das wirklich den Unterschied macht.
Zwei Einheiten pro Woche können schon viel verändern, wenn sie so aufgebaut sind, dass der Muskel wirklich arbeiten muss.
Es geht nicht darum, möglichst viel zu machen, sondern darum, den Reiz so zu setzen, dass dein Körper überhaupt noch darauf reagiert.
Das war für mich ein echtes Umdenken. Ich war immer in Bewegung, habe viel gemacht, aber dieses gezielte Arbeiten mit Widerstand hatte ich so nicht auf dem Schirm.
Und genau das hat gefehlt.
Ich trainiere zum Beispiel zu Hause und nicht im Fitnessstudio. Ich habe keine große Auswahl an Gewichten, sondern arbeite mit dem, was da ist, oft auch mit YouTube-Workouts. Und trotzdem funktioniert es, weil ich angefangen habe, anders zu trainieren. Langsamer, kontrollierter, bewusster – und so, dass die Muskulatur wirklich gefordert ist.
Was mir dabei sehr geholfen hat, sind die Ansätze von Dr. Stacy Sims. Sie sagt ganz klar, dass Frauen in diesem Lebensabschnitt nicht nur Krafttraining brauchen, sondern auch Reize, die intensiver sind als das, was viele gewohnt sind. Dazu gehören zum Beispiel kurze, kraftvolle Belastungen oder schnellere, explosive Bewegungen, angepasst an das eigene Level.
Es geht also nicht nur darum, Gewichte zu bewegen, sondern dem Körper insgesamt wieder Signale zu geben, auf die er reagieren muss. Genau diese Mischung aus Kraft, Intensität und klar gesetzten Reizen ist das, was oft gefehlt hat.
Krafttraining – und zwar bewusst
Wenn der Reiz aus der normalen Bewegung nicht mehr reicht, braucht es Training mit Widerstand.
Oft liest man, dass zwei bis drei Einheiten pro Woche ausreichen können, um Muskulatur zu erhalten. Das stimmt auch – wenn diese Einheiten entsprechend aufgebaut sind.
Ich persönlich habe für mich gemerkt, dass mir das nicht reicht. Ich trainiere fast jeden Tag, allerdings nicht jeden Tag gleich intensiv. Es gibt Einheiten, die wirklich fordern, und andere, die ruhiger sind.
Entscheidend ist nicht eine feste Zahl, sondern dass der Körper regelmäßig einen Reiz bekommt, auf den er reagieren muss.
Das war für mich ein Umdenken. Ich war immer in Bewegung, habe viel gemacht, aber dieses gezielte Arbeiten mit Widerstand hatte ich so nicht auf dem Schirm.
Inzwischen trainiere ich zu Hause und nicht mehr im Fitnessstudio. Ich habe Gewichte bis 7,5 Kilo, und wenn ich merke, dass das zu leicht wird, verändere ich die Übung – zum Beispiel einbeinig oder so, dass es insgesamt fordernder wird.
Ich trainiere viel mit YouTube-Workouts, vor allem mit Sydney Cummings Houdyshell. Das gibt mir Struktur und sorgt dafür, dass ich dranbleibe.
Was ich dabei auch aus den Ansätzen von Dr. Stacy Sims mitgenommen habe:
Es reicht oft nicht mehr, einfach „ein bisschen zu trainieren“.
Der Körper reagiert vor allem dann, wenn er wirklich gefordert ist. Dazu gehören auch Phasen, die intensiver sind oder schneller ablaufen – immer angepasst an das eigene Niveau.
Es geht nicht um ein perfektes Trainingsprogramm. Es geht darum, dass dein Körper überhaupt noch einen Grund hat, Muskulatur zu behalten.
Protein – oft der fehlende Baustein
Ein Punkt, den ich lange unterschätzt habe, ist Eiweiß.
Ich habe mich immer gesund ernährt, viel Gemüse, eher leicht.
Ich habe irgendwann einfach genauer hingeschaut und gemerkt: Es ist wenig.
Als ich noch vegan gegessen habe, war es für mich noch schwieriger, genug Eiweiß unterzubringen.
Eiweiß ist das, woraus der Körper Muskulatur aufbaut und erhält.
Wenn davon zu wenig da ist, fehlt die Grundlage.
Dann kann der Körper auf das Training gar nicht richtig reagieren.
Das habe ich erst nach und nach verstanden, auch im Zusammenhang mit Training und damit, wie mein Körper sich verändert hat.
Ich habe meine Mahlzeiten nicht komplett umgestellt, aber ich habe angefangen darauf zu achten, dass Eiweiß wirklich vorkommt.
Ich ergänze das auch mit Eiweißpulver, einfach weil es im Alltag oft praktischer ist. Ich nehme grundsätzlich vegane Eiweißpulver, entweder Hanfprotein oder Mischungen.
Ich hatte lange ein Hanfprotein, das ich gut vertragen habe, im Moment nehme ich unterschiedliche.
Wenn du wissen willst, welche ich verwende, findest du sie hier.
Muskelmasse – was für mich wirklich zählt
Irgendwann habe ich verstanden, worum es eigentlich geht.
Nicht nur darum, sich fit zu fühlen oder gut auszusehen.
Sondern darum, Muskelmasse zu erhalten.
Für mich ist das heute eine Form von Altersvorsorge. Ganz praktisch gedacht.
Wenn Muskulatur abnimmt, verändert sich vieles – Kraft, Stabilität, Beweglichkeit.
Das ist das, was hinter Begriffen wie Sarkopenie steht.
Und das beginnt nicht erst im hohen Alter.
Seitdem schaue ich anders auf das, was ich mache.
Ich trainiere nicht einfach, um mich zu bewegen.
Sondern weil ich weiß, wofür ich es tue.