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Reizbarkeit kann besonders in der Perimenopause deutlich zunehmen. Manche Frauen erleben plötzlich eine niedrigere Reizschwelle, werden schneller wütend oder fühlen sich von Dingen überfordert, die sie früher wesentlich gelassener weggesteckt haben.
Das kann tatsächlich mit den hormonellen Veränderungen zusammenhängen. Vor allem in der Perimenopause schwanken Östradiol und Progesteron teilweise erheblich. Östrogen beeinflusst im Gehirn verschiedene Botenstoffsysteme, die an Stimmung, Motivation und Stressverarbeitung beteiligt sind. Progesteron wiederum kann über seinen Metaboliten Allopregnanolon auf das GABA-System wirken, eines der wichtigsten beruhigenden Signalsysteme unseres Gehirns.
Wenn diese Hormone nicht mehr so vorhersehbar schwanken wie in einem regelmäßigen Zyklus, kann sich deshalb auch die emotionale Regulation verändern. Das bedeutet nicht, dass jede Gereiztheit „von den Hormonen kommt“. Aber hormonelle Veränderungen können durchaus beeinflussen, wie empfindlich wir auf Stress und Belastungen reagieren.
Dazu kommen häufig weitere Faktoren: schlechter Schlaf, Nachtschweiß, Erschöpfung, beruflicher oder familiärer Stress – und eine Lebensphase, in der ohnehin vieles gleichzeitig in Bewegung sein kann. Wer über längere Zeit schlecht schläft und erschöpft ist, hat verständlicherweise weniger Reserven.
Reizbarkeit in den Wechseljahren ist deshalb nicht einfach mangelnde Selbstbeherrschung. Sie kann Teil der körperlichen und neurobiologischen Veränderungen dieser Lebensphase sein. Starke oder anhaltende Veränderungen der Stimmung können allerdings auch andere Ursachen haben und sollten nicht automatisch den Hormonen zugeschrieben werden.
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Veränderte Regelblutungen gehören zu den typischsten Zeichen der Perimenopause. Der Zyklus kann kürzer oder länger werden, Blutungen können stärker oder schwächer ausfallen und manchmal bleiben sie für einige Wochen oder Monate ganz aus.
Der Grund liegt vor allem darin, dass die Eierstöcke nicht mehr so regelmäßig arbeiten wie zuvor. Eisprünge werden unregelmäßiger und damit verändert sich auch die Bildung von Progesteron. Gleichzeitig kann der Östrogenspiegel in der Perimenopause stark schwanken und zeitweise sogar höher sein als früher.
Das wirkt sich auf die Gebärmutterschleimhaut aus. Östrogen regt ihren Aufbau an, während Progesteron nach dem Eisprung ihre weitere Entwicklung beeinflusst. Findet kein Eisprung statt, fehlt die normale Progesteronphase. Dadurch kann sich auch das Blutungsmuster verändern.
Deshalb kann die Perimenopause manchmal widersprüchlich erscheinen: Eine Frau kann bereits deutliche Wechseljahresbeschwerden haben und trotzdem noch regelmäßig menstruieren – oder plötzlich sehr starke, längere oder unregelmäßige Blutungen erleben.
Mit fortschreitender Perimenopause werden längere Abstände zwischen den Blutungen häufiger. Erst wenn nach der letzten natürlichen Menstruation zwölf Monate lang keine weitere Blutung aufgetreten ist, lässt sich rückblickend sagen: Diese letzte Menstruation war die Menopause.
Nicht jede ungewöhnliche Blutung in diesem Alter ist allerdings automatisch hormonell bedingt. Sehr starke, ungewöhnlich lange oder häufige Blutungen sowie Blutungen nach bereits eingetretener Menopause sollten gynäkologisch abgeklärt werden.
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Retinol ist eine Form von Vitamin A und gehört zur Familie der Retinoide. Es gehört zu den am besten untersuchten Wirkstoffen in der Hautpflege, wenn es um lichtbedingte Hautalterung, feine Linien und die Struktur der Haut geht.
Nach dem Auftragen wird Retinol in der Haut zunächst in Retinal und anschließend in Retinsäure umgewandelt. Erst diese aktive Form kann an Retinoid-Rezeptoren in den Hautzellen binden und dort die Genaktivität beeinflussen.
Dadurch kann Retinol unter anderem die Erneuerung der oberen Hautschichten beeinflussen und Prozesse unterstützen, die mit der Bildung und dem Erhalt von Kollagen zusammenhängen. Bei regelmäßiger Anwendung kann die Haut dadurch glatter und gleichmäßiger erscheinen und feine Linien können reduziert werden.
Gerade nach der Menopause ist das interessant. Mit zunehmendem Alter und dem sinkenden Östrogeneinfluss verliert die Haut Kollagen, wird dünner und häufig trockener. Retinol ersetzt diesen hormonellen Einfluss nicht, kann aber an einem anderen Punkt der Hautalterung ansetzen.
Mehr ist dabei nicht automatisch besser. Retinol kann besonders zu Beginn Trockenheit, Rötungen und Reizungen verursachen. Eine niedrigere Konzentration und langsames Einschleichen können deshalb sinnvoller sein als der sofortige Einstieg mit einem hoch konzentrierten Produkt. Tagsüber gehört außerdem konsequenter Sonnenschutz zu einer Retinoid-Routine.
Retinol kann also tatsächlich etwas für reife Haut tun – allerdings nicht über Nacht. Die sichtbaren Veränderungen entstehen bei regelmäßiger Anwendung über Wochen und Monate.
→ Mehr über die Veränderungen von Haut und Haaren rund um die Menopause findest du in meinem Beitrag über Haut und Haare in der Perimenopause.
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Resilienz beschreibt die Fähigkeit, mit Belastungen, Krisen und Veränderungen umzugehen und sich nach schwierigen Phasen wieder zu stabilisieren. Sie bedeutet nicht, dass uns Stress nichts ausmacht oder dass wir immer stark und positiv bleiben müssen.
Vielleicht lässt sich Resilienz eher als psychische und körperliche Anpassungsfähigkeit verstehen. Wir geraten aus unserem Gleichgewicht – können aber Wege finden, wieder zurückzufinden oder uns an eine veränderte Situation anzupassen.
Dabei ist Resilienz keine unveränderliche Persönlichkeitseigenschaft, die man entweder besitzt oder nicht besitzt. Sie entsteht aus mehreren Faktoren. Erfahrungen, soziale Beziehungen, Selbstwirksamkeit, Schlaf, körperliche Gesundheit, Bewegung, Möglichkeiten zur Erholung und der Umgang mit Stress können dabei eine Rolle spielen.
Auch unser Nervensystem gehört dazu. Auf Belastung reagieren zu können, ist zunächst etwas Sinnvolles. Problematisch wird es eher, wenn der Körper kaum noch aus einer dauerhaften Alarmbereitschaft herausfindet. Regulation bedeutet deshalb nicht, Stress vollständig zu vermeiden, sondern zwischen Aktivierung und Erholung wechseln zu können.
Gerade in der Lebensmitte kann dieser Gedanke hilfreich sein. Wechseljahre, Veränderungen im Körper, Beziehungen, Beruf, älter werdende Eltern oder eine Neuorientierung im eigenen Leben können gleichzeitig stattfinden. Resilienz bedeutet dann nicht, all das unberührt wegzustecken.
Es bedeutet vielmehr, trotz Belastungen immer wieder Handlungsspielraum und Stabilität zurückzugewinnen – und manchmal nach einer Veränderung nicht genauso weiterzumachen wie vorher, sondern einen neuen Umgang damit zu entwickeln.
→ Mehr über Nervensystem, Regulation und den Druck, sich ständig selbst optimieren zu müssen, findest du in meinem Beitrag „Menopause, Nervensystem und der Druck zur Selbstoptimierung“.
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