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Testosteron ist keineswegs nur ein „Männerhormon“. Auch Frauen produzieren Testosteron – hauptsächlich in den Eierstöcken und Nebennieren beziehungsweise aus hormonellen Vorstufen – und Androgene spielen unter anderem für Sexualfunktion, Knochen, Muskeln und verschiedene Prozesse im Gehirn eine Rolle.
Anders als Östradiol fällt Testosteron bei Frauen nicht plötzlich mit der Menopause ab. Die Androgenspiegel verändern sich bereits über viele Jahre des Erwachsenenlebens. Deshalb lässt sich ein niedriger Testosteronwert auch nicht automatisch mit „der Menopause“ gleichsetzen.
Besonders gut untersucht ist Testosteron im Zusammenhang mit der weiblichen Sexualität. Für postmenopausale Frauen mit anhaltend vermindertem sexuellem Verlangen, das als belastend erlebt wird und für das keine andere wesentliche Ursache gefunden wird, gibt es Evidenz für eine niedrig dosierte Testosterontherapie.
Testosteron wird aber auch im Zusammenhang mit Muskelmasse, Knochen, Energie, Stimmung und kognitiver Funktion untersucht. Hier ist die Datenlage für eine Testosterontherapie wesentlich weniger eindeutig. Deshalb sollte man nicht aus jedem Symptom wie Müdigkeit, Gehirnnebel oder nachlassender Muskelkraft automatisch auf einen Testosteronmangel schließen.
Auch ein einzelner Laborwert erzählt nicht die ganze Geschichte. Testosteronwerte müssen zusammen mit Beschwerden, Alter, anderen Hormonen, Medikamenten und der individuellen Situation betrachtet werden.
Spannend ist Testosteron trotzdem – gerade weil dieses Hormon bei Frauen lange kaum thematisiert wurde. Es gehört zum weiblichen Hormonsystem genauso selbstverständlich wie Östrogen und Progesteron.
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Trockene, brennende oder gereizte Augen können rund um die Menopause häufiger werden. Sexualhormone beeinflussen nämlich nicht nur Haut und Schleimhäute im Genitalbereich, sondern auch verschiedene Strukturen der Augenoberfläche und die Zusammensetzung des Tränenfilms.
Ein gesunder Tränenfilm besteht nicht einfach nur aus Wasser. Er enthält eine wässrige, eine schleimhaltige und eine fetthaltige Komponente. Besonders die Meibom-Drüsen an den Lidrändern produzieren Lipide, die verhindern, dass die Tränenflüssigkeit zu schnell verdunstet.
Östrogene und insbesondere Androgene können die Funktion dieser Gewebe beeinflussen. Hormonelle Veränderungen mit zunehmendem Alter werden deshalb als ein Faktor diskutiert, warum trockene Augen bei Frauen nach der Menopause häufiger auftreten.
Typische Beschwerden können Brennen, Fremdkörpergefühl, Rötung, Lichtempfindlichkeit oder paradoxerweise sogar tränende Augen sein. Wenn der Tränenfilm instabil ist, kann das Auge nämlich mit verstärktem Tränenfluss reagieren.
Hormone sind allerdings nicht die einzige mögliche Ursache. Bildschirmarbeit, Kontaktlinsen, trockene Raumluft, bestimmte Medikamente, Erkrankungen oder Veränderungen der Meibom-Drüsen können ebenfalls eine Rolle spielen.
Trockene Augen sind damit ein gutes Beispiel dafür, dass hormonelle Veränderungen weit über Hitzewallungen oder Zyklusbeschwerden hinausreichen können. Bei anhaltenden oder stärkeren Beschwerden ist eine augenärztliche Abklärung sinnvoll.
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Tinnitus bedeutet, dass Geräusche wahrgenommen werden, obwohl keine entsprechende äußere Schallquelle vorhanden ist – beispielsweise Pfeifen, Rauschen, Summen oder Brummen.
Manche Frauen berichten, dass Tinnitus während der Perimenopause erstmals auftritt oder sich verändert. Ein eindeutiger direkter Zusammenhang zwischen Menopause und Tinnitus ist wissenschaftlich bislang allerdings nicht belegt.
Plausible Verbindungen werden dennoch untersucht. Sexualhormone können unter anderem Nervensystem, Gefäßfunktion und möglicherweise auch Vorgänge im Innenohr beeinflussen. Gleichzeitig verändern sich in der Perimenopause Östradiol und Progesteron teilweise stark.
Hinzu kommt, dass Schlafmangel, Stress, Migräne und innere Unruhe die Wahrnehmung eines bestehenden Tinnitus verstärken können. Gerade diese Faktoren können während der Perimenopause ebenfalls häufiger oder ausgeprägter auftreten.
Das macht die Einordnung schwierig: Ein zeitlicher Zusammenhang mit hormonellen Veränderungen bedeutet nicht automatisch, dass Hormone die Ursache des Tinnitus sind.
Tinnitus kann zahlreiche andere Ursachen haben, darunter Hörverlust, Lärmbelastung, Erkrankungen des Ohres oder bestimmte Medikamente. Neu auftretender oder anhaltender Tinnitus sollte deshalb ärztlich beziehungsweise HNO-ärztlich abgeklärt werden – insbesondere wenn er nur auf einer Seite auftritt, pulssynchron ist oder mit einer Hörminderung beziehungsweise anderen neurologischen Beschwerden einhergeht.
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Mit zunehmendem Alter und rund um die Menopause verändern sich Muskulatur, Knochen, Stoffwechsel und Regeneration. Das bedeutet aber nicht, dass Frauen jetzt grundsätzlich vorsichtiger und weniger intensiv trainieren sollten. Im Gegenteil: Gerade kräftige Trainingsreize werden zunehmend wichtig.
Mit dem Alter reagiert die Muskulatur weniger empfindlich auf kleinere Trainings- und Proteinreize. Diese sogenannte anabole Resistenz trägt dazu bei, dass der Erhalt von Muskelmasse schwieriger werden kann. Gleichzeitig beschleunigt sich rund um die Menopause der Knochenverlust und auch Körperzusammensetzung und Fettverteilung können sich verändern.
Genau deshalb reicht es für den Muskelerhalt langfristig häufig nicht, sich nur „ein bisschen zu bewegen“. Krafttraining muss den Muskel tatsächlich fordern. Dabei bedeutet „schwer“ nicht für jede Frau dieselbe Anzahl Kilogramm. Entscheidend ist, dass die letzten Wiederholungen eines Satzes wirklich anstrengend werden und der Trainingsreiz mit zunehmender Leistungsfähigkeit angepasst wird.
Auch kurze hochintensive Belastungen können eine sinnvolle Ergänzung sein. Sprint- oder Intervalltraining setzt andere Reize als gleichmäßiges Ausdauertraining. Und Sprünge beziehungsweise andere Impact-Belastungen können für den Knochen einen Reiz darstellen, den normales Gehen nicht in gleicher Weise erzeugt.
Das bedeutet allerdings nicht, dass langes Ausdauertraining plötzlich „schlecht“ ist. Ausdauertraining bleibt wichtig für Herz, Gefäße und Fitness. Es geht vielmehr darum, Kraft, Ausdauer und – sofern körperlich geeignet – intensive beziehungsweise explosive Reize sinnvoll miteinander zu kombinieren.
Regeneration gehört ebenfalls zum Training. Schlaf, ausreichende Energie- und Proteinversorgung und Pausen zwischen fordernden Einheiten beeinflussen, wie gut sich der Körper an Belastung anpassen kann.
Älterwerden bedeutet deshalb nicht automatisch: weniger intensiv trainieren. Vielmehr verändert sich, welche Trainingsreize besonders wertvoll werden – und wie wichtig eine gute Balance zwischen Belastung und Erholung ist.
→ Mehr über schweres Krafttraining, kurze intensive Intervalle und plyometrisches Training für Frauen ab 40, 50 und 60 findest du in meinem Beitrag über die Trainingsprinzipien von Dr. Stacy Sims.
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riglyceride sind Fette, die im Blut transportiert und im Fettgewebe gespeichert werden. Sie dienen dem Körper vor allem als Energiereserve. Wenn wir mehr Energie aufnehmen, als unmittelbar benötigt wird, kann der Körper einen Teil davon in Triglyceride umwandeln und speichern.
Chemisch bestehen Triglyceride aus einem Glycerinmolekül, an das drei Fettsäuren gebunden sind – daher das „Tri“ im Namen.
Im Blut werden Triglyceride nicht frei transportiert, sondern in sogenannten Lipoproteinen. Nach einer Mahlzeit gelangen Nahrungsfette vor allem über Chylomikronen ins Blut. Die Leber kann ebenfalls Triglyceride bilden und sie hauptsächlich über VLDL-Partikel in den Kreislauf abgeben.
Interessant rund um die Menopause: Mit sinkendem Östrogeneinfluss können sich Fettverteilung und Fettstoffwechsel verändern. Gleichzeitig spielen Alter, genetische Veranlagung, Bewegung, Ernährung, Alkohol, Insulinempfindlichkeit und Körperzusammensetzung eine Rolle. Erhöhte Triglyceride sind deshalb nicht einfach „ein Wechseljahressymptom“.
Dauerhaft erhöhte Werte sind dennoch relevant. Sie können Teil eines ungünstigen Stoffwechselprofils sein und sind mit einem erhöhten Herz-Kreislauf-Risiko verbunden. Sehr stark erhöhte Triglyceridwerte erhöhen zusätzlich das Risiko einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung.
Triglyceride werden deshalb bei einer Blutuntersuchung meist zusammen mit Gesamtcholesterin, LDL- und HDL-Cholesterin betrachtet. Erst das Gesamtbild macht die Werte wirklich aussagekräftig.
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Transdermal“ bedeutet wörtlich „durch die Haut“. Bei einer transdermalen Hormontherapie wird ein Hormon über die Haut aufgenommen – beispielsweise als Gel, Spray oder Pflaster – und gelangt von dort in den Blutkreislauf.
Besonders häufig wird Östradiol auf diese Weise eingesetzt. Anders als bei einer Tablette wird das Hormon nicht zunächst über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen und anschließend in größerem Umfang durch die Leber verstoffwechselt. Dieser sogenannte First-Pass-Effekt der Leber wird bei der transdermalen Anwendung umgangen.
Das ist medizinisch relevant: Transdermales Östradiol beeinflusst bestimmte in der Leber gebildete Gerinnungsfaktoren und Triglyceride weniger stark als oral eingenommenes Östrogen. Beobachtungsdaten und Leitlinien sprechen außerdem dafür, dass das Risiko für venöse Thrombosen bei transdermalem Östradiol geringer ist als bei oralem Östrogen. Die individuelle Risikosituation bleibt trotzdem wichtig.
Gel, Spray und Pflaster unterscheiden sich in der Anwendung, verfolgen aber dasselbe Prinzip: Östradiol wird über die Haut systemisch aufgenommen und wirkt anschließend im gesamten Körper.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen systemischer und lokaler Hormontherapie. Vaginal angewendetes niedrig dosiertes Östrogen gegen Beschwerden des genitourinären Menopausensyndroms ist etwas anderes als transdermales Östradiol zur systemischen Hormontherapie.
Und noch ein wichtiger Punkt: Hat eine Frau ihre Gebärmutter, muss bei einer systemischen Östrogentherapie die Gebärmutterschleimhaut in der Regel zusätzlich durch Progesteron beziehungsweise ein geeignetes Gestagen geschützt werden.
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